Ein Steinbruch kann ein technisch ausreichend robustes Förderband installieren und trotzdem jede Woche mit der Beseitigung von verschüttetem Gestein, der Korrektur von Bandlauffehlern oder der Reparatur von Schäden in der Nähe der Verladestelle beschäftigt sein. Das Problem liegt nicht immer in der mangelnden Qualität des Bandes. Oftmals wurde das Band nach Breite, Länge und Preis ausgewählt, während Material und Anlagenführung als zweitrangig betrachtet wurden.
Bei Schüttguttransporten muss diese Reihenfolge umgekehrt werden. Beginnen Sie mit dem Material selbst: Größe, Form, Temperatur, Feuchtigkeit, Abrasivität und Neigung zum Rollen oder Verkleben. Betrachten Sie anschließend den Transportweg: horizontal, geneigt, lange Strecke, steil, in Innenräumen, im Freien oder in geschlossenen Räumen. Erst wenn diese Punkte geklärt sind, sollte der Käufer die Festigkeit der Karkasse, die Deckschichtqualität, die Dicke, die Kantenverarbeitung und die Verbindungsmethode vergleichen.
Diese Vorgehensweise ist zwar weniger komfortabel als die Anfrage nach einem „EP-Band“ oder einem „hochbelastbaren Gummiförderband“, liefert dem Lieferanten aber genügend Informationen, um ein passendes Band für das Gesamtsystem zu empfehlen. Zudem erleichtert sie den Angebotsvergleich, da die Angebote auf derselben Beanspruchung und nicht auf unterschiedlichen Annahmen basieren.
Die Bezeichnungen für Schüttgüter können irreführend sein. „Sand“ kann in einem Werk trockenes, rieselfähiges Material bezeichnen, in einem anderen hingegen feuchtes, verdichtetes Feinkorn. „Erz“ kann von runden Stücken bis hin zu scharfkantigen Brocken reichen, die aus einer hohen Rutsche auf das Förderband fallen. Selbst Kohle variiert hinsichtlich Stückgröße, Feuchtigkeit, Staubgehalt und Brandschutzanforderungen.
Die Bandabdeckung wird zuerst beschädigt, aber das Materialverhalten beeinflusst auch die Karkasse, die Laufbahnführung, das Reinigungssystem und die Beladezone. Scharfe Klumpen können die Deckschicht beschädigen. Feines, feuchtes Material kann sich an den Rücklaufrollen ablagern. Heißer Schlacke kann den Gummi aushärten und die Haftung schwächen. Ölhaltiges Recyclingmaterial kann eine Standardmischung aufweichen. Dies sind unterschiedliche Ausfallmechanismen, die nicht mit derselben Bandspezifikation behandelt werden sollten.
Materialzustand | Typisches Risiko | Auswahlrichtung |
Scharfer Stein oder Erz | Schnitte, tiefe Wunden, starke Aufprallwunden | Abrieb- oder reißfeste Abdeckung; Karkasse und Ladeunterstützung prüfen. |
Sand und Kies | Verschleiß der Abdeckung und Zurückrollen an Steigungen | Verschleißfester Flachriemen oder Chevronriemen, je nach Winkel |
Heißer Schlacke, Koks oder Asche | Deckschichtverhärtung, Rissbildung, Haftungsverlust | Hitzebeständiger Gummigürtel, angepasst an die tatsächliche Exposition |
Kohle | Staub, Abriebfestigkeit, Dauerbetrieb, mögliche Brandschutzanforderungen | EP- oder Stahlseilkonstruktion; Brandschutz- und Antistatikanforderungen prüfen |
Öliges oder fettiges Material | Quellung und Festigkeitsverlust des Gummis | Ölbeständige Deckschicht |
Getreide oder Dünger | Staub, Feuchtigkeit, körniges Zurückrollen | Allgemeiner Gummiriemen oder Profilriemen; auf Feuchtigkeit und Chemikalieneinwirkung prüfen. |
Sobald das Material verstanden ist, stellt sich die Frage, wie das Förderband es transportieren soll. Ein kurzer horizontaler Transport und ein langer Überlandförderer stellen unterschiedliche Anforderungen an das Zugband. Bei einer moderaten Steigung genügt möglicherweise ein Chevron-Profil. Eine sehr steile Strecke erfordert unter Umständen gewellte Seitenwände und Querverstrebungen. Die Auswahl des passenden Förderbandes anhand der Streckenführung vermeidet sowohl Über- als auch Unterdimensionierung.
Belt-Familie | Wo es normalerweise hinpasst | Käufer aufgepasst! |
Textilgummi-Förderband | Allgemeine Oberflächenförderung auf flachen oder trogförmigen Tragrollen | Bitte prüfen Sie die EP/NN-Konstruktion, die Festigkeitsklasse, die Lagenanzahl und den Riemenscheibendurchmesser. |
Stahlseil-Förderband | Weitstrecken-, Hochspannungs- und stark belastete Systeme | Die Verbindungsstücke, Rollen, Spannvorrichtungen und die Förderbandkonstruktion müssen zum Förderband passen. |
Chevron-Förderband | Loses Material an mäßigen Steigungen | Profilhöhe und -abstand müssen an Materialgröße, Feuchtigkeit und Winkel angepasst sein. |
Seitenwand-Förderband | Heben bei steilem Winkel oder beengten Platzverhältnissen | Prüfen Sie die Belastung der Klampen, die Seitenwandbiegung, den Rücklaufweg und das Auswurfverhalten. |
Gummiband mit Spezialabdeckung | Tätigkeiten, die mit Hitze, Öl, Flammen, Witterungseinflüssen oder Tränenempfindlichkeit einhergehen | Eine spezielle Abdeckung ersetzt nicht die korrekte Konstruktion von Karkasse und Förderband. |
ISO 14890 beschreibt gummi- oder kunststoffummantelte Förderbänder aus Textilkonstruktion für den allgemeinen Einsatz auf flachen oder muldenförmigen Tragrollen. Sie dient als nützliche Referenz, doch eine Standardbezeichnung im Angebot reicht für die Auswahl nicht aus. Für das Projekt sind weiterhin eine vollständige Bandbezeichnung und die entsprechenden Einsatzbedingungen erforderlich.
Käufer vergleichen oft zuerst die Dicke der Gummibeschichtung, da diese sichtbar und leicht zu ermitteln ist. Die Dicke ist zwar wichtig, gibt aber keine Auskunft darüber, welchen Belastungen das Gummi standhält. Eine dicke Allzweckbeschichtung kann bei Hitze, Öl oder starker Beanspruchung durch Schneidprozesse dennoch frühzeitig versagen. Umgekehrt erhöht eine unnötige Dicke das Riemengewicht und kann das Biegen um kleine Riemenscheiben erschweren.
Die Karkasse hat eine spezielle Funktion. Sie trägt die Spannung, begrenzt die Dehnung und trägt zur Formstabilität des Förderbandes bei. EP-Gewebe ist in der mittelschweren und schweren Schüttgutförderung weit verbreitet, da es eine gute Dimensionsstabilität mit ausreichender Flexibilität für konventionelle Systeme vereint. Stahlseile kommen zum Einsatz, wenn die Betriebsspannung und die Förderstrecke den praktischen Anwendungsbereich eines Textilförderbandes überschreiten. Keine der beiden Konstruktionen ist per se „besser“; jede ist für einen bestimmten Anwendungsbereich geeignet.
Gürtelelement | Was es kontrolliert | Was Käufer bestätigen sollten |
Deckel | Materialkontakt, Abrieb, Schnitte, Hitze, Öl, Witterungseinflüsse | Verbindungstyp und Dicke |
Bodenabdeckung | Kontakt mit Riemenscheiben, Spannrollen und Verunreinigungen auf der Rücklaufseite | Mischung, Dicke und Kompatibilität mit dem Antrieb |
Karkasse oder Stahlseile | Zugfestigkeit, Dehnung, Schlagverhalten | Konstruktion, Bewertung, Lagenanzahl oder ST-Qualität |
Deck- und Haftschichten | Haftung zwischen Abdeckungen und Zugglied | Haftungsprüfungsdaten, falls erforderlich |
Kanten | Schutz der Seitenstruktur | Schnittkante oder Formkante, zuzüglich der zu erwartenden Kantenexposition |
Spleißen | Kontinuität der Kraft und stabiles Laufen | Heißvulkanisation, Kaltverklebung oder mechanische Befestigung |
Die Wahl des Förderbandes und der Zustand der Förderanlage sind untrennbar miteinander verbunden. Martin Engineering weist darauf hin, dass Bandschäden häufig mit dem Fördergut oder mit Fehlausrichtungen in der Förderanlage zusammenhängen. Besonders wichtig ist die Unterstützung im Beladebereich: Wenn das Band zwischen den Tragrollen durchhängt, kann sich Material im Bereich der Bandkante verfangen und Rillen in die Abdeckung schneiden.
Der Riemenscheibendurchmesser stellt eine weitere praktische Begrenzung dar. Ein Riemen, der für die installierte Riemenscheibe zu dick oder zu steif ist, muss sich bei jeder Umdrehung stärker durchbiegen. Dies kann zu schnellerer Materialermüdung, Belastung der Verbindungsstellen und Ablösung der Deckschicht führen. Gleiches gilt für den Übergangsweg, die Muldentiefe, den Spannweg und die Position der Rücklaufrollen. Ein Lieferant kann diese Punkte nicht allein anhand der Riemenbreite beurteilen.
Bevor Sie den Ersatzriemen als Ursache vermuten, untersuchen Sie den alten Riemen und die Maschine gemeinsam. Das Verschleißbild liefert in der Regel hilfreiche Hinweise. Beschädigungen nur an einer Kante deuten auf Laufspuren oder Rahmenkontakt hin. Wiederholte Schnitte im selben Längsbereich können auf Materialablagerungen hinweisen. Eine polierte Oberfläche kann durch Schlupf, Verschmutzung oder zu hohen Reinigungsdruck verursacht werden. Bei einer offenen Riemenverbindung sollten die Verbindungsmethode, die Riemenscheibengröße und die Spannungseinstellung überprüft werden.
Beobachtetes Problem | Mögliche Ursache | Was ist zu prüfen? |
Schneller Verschleiß der Abdeckung | Schleifmittel, mangelhafte Vorschubkontrolle, falsche Deckschichtqualität | Materialgröße, Fallhöhe, Aufprallbett, Deckmischung |
Eine Kante franst aus | Spurfehlstellung, Rahmenkontakt, blockierte Rolle | Ausrichtung, Umlenkrollen, Ladeposition, Struktur |
Materialrückführung | Mangelhafte Reinigung, klebrige Partikel, beschädigte Bandoberfläche | Reinigungsaufbau, Rücklaufwalzen, Materialfeuchtigkeit |
Spleißen öffnet | Falsche Verbindungsmethode, zu kleine Rolle, zu hohe Spannung | Verbindungsdesign, Riemenscheibendurchmesser, Spannvorrichtung |
Stollen oder Profile lockern sich | Stoßbelastung, Biegung, mangelhafte Verklebung, falsche Riemenscheibenanordnung | Ladepunkt, Rückweg, Profilanhang |
Häufiges Nachspannen | Falscher Karkassenstoff, Gurtdehnung, Problem mit der Gurtaufnahme | Riemenkonstruktion, Spannweg, Systemspannung |
Zwei Angebote können dieselbe Breite und Nennfestigkeit ausweisen, obwohl sie Riemen mit unterschiedlichen Deckmaterialien, Deckschichtdicken, Karkassenqualitäten, Kantenkonstruktionen, Toleranzen und Prüfverfahren beschreiben. Das günstigere Angebot kann das richtige sein. Es kann sich aber auch um ein anderes Produkt handeln, das durch eine kurze Beschreibung verschleiert wird.
Bitten Sie jeden Lieferanten, sein Angebot im gleichen Format einzureichen. Ein sinnvoller Vergleich umfasst die vollständige Gurtbezeichnung, die obere und untere Abdeckung, die Tragfähigkeit des Karkassen- oder Stahlseils, die Oberflächenstruktur, die Kantenart, die Verbindungs- oder Lieferform, die Rollenlänge, die Referenznorm, den Prüfumfang, die Verpackung und die Lieferzeit. Fehlen diese Felder in einem Angebot, liegt dem Käufer noch kein vergleichbares Angebot vor.
Eine präzise Angebotsanfrage (RFQ) ist der schnellste Weg, wiederholte Rückfragen und falsche Muster zu vermeiden. Bei einem Austauschprojekt sind Fotos des alten Riemens, der Schadensstelle, des Riemenscheibensystems, des Belastungspunkts und des Rücklaufwegs oft hilfreicher als eine allgemeine Produktbezeichnung.
Information | Beispiel | Warum es wichtig ist |
transportiertes Material | Kalkstein, Kohle, Schlacke, Getreide | Bestimmt die Deckungs- und Strukturrichtung |
Materialzustand | Feuchte Feinanteile, scharfe Klumpen, heißes Produkt | Erklärt den tatsächlichen Schadensmechanismus |
Förderbandlayout | Horizontal, 18° Neigung, Fernaufzug, steiler Lift | Bestimmt die Ausführung (flach, Chevron, Seitenwand oder Hochspannung). |
Riemenabmessungen | Breite, Länge, Gesamtdicke | Bestätigt Rahmenpassung und Liefermenge |
Stärke und Abdeckungen | EP300/4, 4,5+1,5 mm | Definiert Karkassen- und Gummischutz |
Riemenscheibendaten | Durchmesser der Antriebs- und Umlenkrolle | Prüft die Biege- und Spleißkompatibilität |
Betriebsdaten | Geschwindigkeit, Kapazität, Stunden pro Tag | Zeigt den Arbeitszyklus und die Spannungsanforderung an |
Umfeld | Im Freien, staubig, nass, Hitze, Öl, Brandgefahr | Leitfäden für Spezialmischungen und Standards |
Aktueller Ausfall | Kantenverschleiß, Risse, Verbindungsstellenöffnung | Verhindert die Wiederholung derselben Spezifikation |
Bei SINOCONVE werden Anwendungsdaten genutzt, um die Riemenstruktur einzugrenzen, bevor die kommerziellen Details finalisiert werden. Dies unterstützt den Unternehmensansatz „Zeit und Geld sparen“ auf praktische Weise: weniger Spezifikationsänderungen, weniger fehlerhafte Muster und ein geringeres Risiko, einen Riemen zu bestellen, der zwar zum Rahmen, aber nicht zum Material passt.
EP-Gewebe-Gummi-Förderbänder werden häufig für allgemeine und schwere Oberflächenförderung eingesetzt, die richtige Wahl hängt jedoch immer noch von Last, Förderstrecke, Material und Fördergeometrie ab.
Stahlseile werden üblicherweise für Langstrecken- oder Hochspannungsförderanlagen eingesetzt, bei denen geringe Dehnung und hohe Zugfestigkeit erforderlich sind. Die Förderanlagenkonstruktion und die Verbindungsplanung müssen für die Stahlseilkonstruktion geeignet sein.
Nein. Eine größere Materialstärke kann zwar den Verschleißschutz erhöhen, die Materialzusammensetzung muss jedoch dem Gefahrenpotenzial entsprechen. Zu große Materialstärke kann außerdem das Gewicht und die Biegebeanspruchung erhöhen.
Verwenden Sie ein Chevronmuster, wenn loses Material auf einer Schräge zurückrollt oder -rutscht. Das Profil sollte anhand des Winkels, der Materialgröße, der Feuchtigkeit und der Reinigungsanforderungen ausgewählt werden.
Häufige Ursachen sind die falsche Riemenauswahl, Stöße am Belastungspunkt, Fehllauf, verschlissene oder festsitzende Rollen, falscher Riemenscheibendurchmesser, mangelhafte Verbindungen, Verunreinigungen und falsche Spannung.
Bitte senden Sie uns folgende Informationen: Fördergut, Bandabmessungen, Tragfähigkeit, Deckschichtdicke, Förderwinkel, Rollendurchmesser, Geschwindigkeit, Kapazität, Umgebungsbedingungen, bevorzugte Verbindungsart und, wenn möglich, Fotos der bestehenden Anlage.
Das richtige Förderband ist nicht das dickste, das stärkste oder das günstigste. Es ist das Band, dessen Deckschicht, Zugträger, Oberfläche und Verbindungsstellen optimal auf das Material und die Maschine abgestimmt sind. Beginnen Sie mit der Analyse des Betriebszustands, nutzen Sie vorhandene Verschleißspuren als Nachweis und lassen Sie sich von jedem Lieferanten die gleichen Spezifikationen anbieten. Das ist der zuverlässigste Weg zu einem stabilen Schüttguttransport.
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