Drei Lieferanten können ein 800 mm breites EP-Förderband anbieten und dabei drei unterschiedliche Produkte im Angebot haben. Einer geht von trockenem Kalkstein aus, ein anderer von gewaschenem Zuschlagstoff, und der dritte fragt gar nicht erst nach der Beladungshöhe. Auf dem Papier mögen Breite und Nennfestigkeit übereinstimmen. An der Beladungsstelle ist jedoch möglicherweise nur ein Band wirklich geeignet.
Das ist die Schwierigkeit beim Kauf von Förderbändern. Die sichtbaren Abmessungen lassen sich leicht vergleichen, die Betriebsbedingungen hingegen nicht. Schüttdichte, Stückgröße, scharfe Kanten, Feuchtigkeit, Temperatur, Förderwinkel, Bandgeschwindigkeit, Rollendurchmesser und Betriebsstunden verändern die Belastungen, denen das Band standhalten muss.
Bei der Schüttguthandhabung sollte die Auswahl mit dem Material und der Förderstrecke beginnen, gefolgt von Karkassenfestigkeit, Gummibeschichtungsqualität, Oberflächenbeschaffenheit, Verbindungsmethode und Lieferformat. Die Ermittlung des Preises pro Meter führt üblicherweise zu einem Angebot. Die Ermittlung der Belastung hingegen liefert eine praktikable Spezifikation.
Eine Materialbezeichnung allein genügt nicht. „Sand“ kann trocken und rieselfähig sein oder so feucht, dass er am Förderband und den Rücklaufwalzen haftet. „Erz“ kann aus gesiebtem Feinkorn oder großen, kantigen Brocken bestehen, die aus einer Brecherrutsche fallen. Kohle kann im Freien bei Regen, in geschlossenen Stollen oder in einer Anlage mit spezifischen Anforderungen an Flammenschutz und Antistatik gefördert werden.
Die Deckschicht des Förderbandes kommt als erstes mit dem Fördermaterial in Berührung. Dieses beeinflusst aber auch die Karkasse, das Reinigungssystem, die Beladungsunterstützung und die Laufstabilität. Scharfe Klumpen können die Deckschicht beschädigen. Feines, feuchtes Material kann zu Materialrückständen führen. Heißes Material kann den Gummi aushärten und die Haftung schwächen. Öl kann eine Universalmischung aufquellen lassen. Jeder dieser Schadensmechanismen wirkt sich auf eine andere Richtung des Förderbandes aus.
Materialzustand | Hauptrisiko | Wahrscheinliche Riemenrichtung |
Scharfer Stein oder Erz | Schnitte, Aufprall, Kratzer auf der Oberseite | Abrieb- oder reißfeste Gummibeschichtung mit geeigneter Karkassenunterstützung |
Sand und Kies | Verschleiß und Rückrollverhalten an Steigungen | Verschleißfester Flachriemen oder Chevronriemen, je nach Winkel |
Heißer Schlacke, Koks oder Asche | Aushärtung, Rissbildung, Haftungsverlust | Hitzebeständiges Gummiförderband, abgestimmt auf die tatsächliche Exposition |
Kohle | Staub, Abrieb, Dauerbetrieb, mögliche Sicherheitsanforderungen | EP- oder Stahlseilgürtel; Brandschutz- und Antistatikspezifikationen bestätigen |
Ölhaltiges Recyclingmaterial | Quellung und Erweichung von Gummi | Ölbeständiges Industrieförderband |
Getreide oder Dünger | Staub, Feuchtigkeit, körniges Zurückrollen | Allgemeines oder profiliertes Gummiförderband; Chemikalienexposition bestätigen |
Eine hilfreiche Käuferbeschreibung enthält Angaben zur größten Stückgröße, zum Feinanteil, zum Feuchtigkeitsgehalt, zur Schüttdichte, zur Materialtemperatur, zur Schärfe und zum Vorhandensein von Verunreinigungen wie Öl oder Chemikalien. Fotos des Materials an den Be- und Entladestellen sind oft aussagekräftiger als eine einwortige Produktbeschreibung.
Für dasselbe Material kann bei wechselnden Transportwegen ein anderes Förderband erforderlich sein. Bei kurzen horizontalen Förderstrecken kann ein herkömmliches textilverstärktes Band zum Einsatz kommen. Ein Langstreckenförderer mit hoher Betriebsspannung kann eine Stahlseilkonstruktion rechtfertigen. Eine moderate Steigung erfordert möglicherweise ein Chevron-Profil. Bei kompakten Anlagenlayouts mit großen Höhenunterschieden können Seitenwände und Querverstrebungen notwendig sein.
Belt-Familie | Optimale Passform | Was muss überprüft werden? |
Textilgummi-Förderband | Allgemeine ebene oder trogförmige Förderflächen | EP/NN-Konstruktion, Festigkeitsklasse, Lagenanzahl, Riemenscheibendurchmesser |
Stahlseil-Förderband | Schwerlastförderung über große Entfernungen unter hoher Spannung | Verbindungsdesign, Rollen, Aufspannung, Übergangsdistanzen, Systemstruktur |
Chevron-Förderband | Schüttgut auf mäßigen Steigungen | Profilhöhe, Materialgröße, Feuchtigkeit, Reinigung, Riemenscheibengröße |
Seitenwand-Förderband | Heben bei steilem Winkel oder beengten Platzverhältnissen | Klampenbelastung, Seitenwandbiegung, Rücklaufweg, Entladungsverhalten |
Spezialabdeckungsgürtel | Hitze, Öl, Flammen, Witterungseinflüsse oder starker Abrieb | Genaue Zusammensetzung, Testanforderungen, Karkassen- und Spleißkompatibilität |
ISO 14890 behandelt gummi- oder kunststoffummantelte Förderbänder aus Textilkonstruktion für den allgemeinen Einsatz auf flachen oder muldenförmigen Tragrollen. Stahlseilförderbänder werden in ISO 15236 gesondert behandelt. Diese Normen tragen zur Definition von Konstruktions- und Leistungsanforderungen bei, ersetzen jedoch nicht die Projektdaten, die für die Auswahl eines Förderbandes für einen spezifischen Förderer erforderlich sind.
Ein Riemen kann eine dicke Deckschicht haben und trotzdem für den vorgesehenen Einsatz ungeeignet sein. Die Dicke der Deckschicht bestimmt den Verschleiß, während die Gummimischung festlegt, wie die Deckschicht auf Abrieb, Hitze, Öl, Witterungseinflüsse, Schnitte oder Flammen reagiert. Das Hinzufügen von mehr Material der falschen Mischung kann den Ausfall zwar hinauszögern, aber nicht beheben.
Die Karkasse erfüllt eine andere Funktion. Sie nimmt die Spannung auf, begrenzt die Dehnung, stützt die Last zwischen den Tragrollen und trägt zur Formstabilität des Förderbandes bei. EP-Gewebe ist im Schüttgutumschlag für mittlere und hohe Belastungen weit verbreitet, da es Dimensionsstabilität mit nützlicher Flexibilität vereint. NN-Gewebe eignet sich, wenn wiederholtes Biegen und Stoßdämpfung im Vordergrund stehen. Stahlseile kommen zum Einsatz, wenn die Förderbandlänge und die Betriebsspannung eine deutlich höhere Zugfestigkeit und geringere Dehnung erfordern.
Gürtelelement | Was es kontrolliert | Käuferfrage |
Deckel | Materialkontakt, Abrieb, Schnitte, Hitze, Öl, Witterungseinflüsse | Welche Materialzusammensetzung und -stärke eignen sich für das Material? |
Bodenabdeckung | Kontaktfläche zwischen Riemenscheibe und Spannrolle, Verschleiß auf der Rücklaufseite | Ist die Unterseite für das Antriebs- und Rücklaufsystem geeignet? |
Karkasse oder Stahlseile | Festigkeit, Dehnung, Lastaufnahme | Welche Bauweise und welche Schutzart sind erforderlich? |
Bindungsschichten | Haftung zwischen Abdeckungen und Zugglied | Welcher Haftungstest oder welche Norm ist vorgeschrieben? |
Kanten | Schutz der Seitenstruktur | Schnittkante oder profilierte Kante? |
Spleißen | Kontinuierliche Riemenfestigkeit und stabiler Lauf | Heißvulkanisiert, kaltgebunden oder mechanisch befestigt? |
Die Dicke der oberen Abdeckung sollte Abrieb, Stoßbelastung, Belastungshöhe, Materialform und die zu erwartende Lebensdauer berücksichtigen. Die Dicke der unteren Abdeckung hängt stärker vom Rollenkontakt, Verunreinigungen auf der Rücklaufseite, Reinigungsmitteln und der Förderbandanordnung ab. Eine dickere obere Abdeckung kann bei scharfkantigem Zuschlagstoff gerechtfertigt sein, erhöht jedoch auch die Bandmasse und die Biegebeanspruchung.
Der Rollendurchmesser gewinnt an Bedeutung, wenn ein dickeres oder steiferes Förderband verwendet werden soll. Wird ein Förderband um zu kleine Rollen gepresst, kann dies zu Materialermüdung und Belastungen an den Verbindungsstellen führen. Für die endgültige Auswahl sind daher sowohl die Förderbanddaten als auch die Geometrie des Förderbandes erforderlich. „Dicke ist besser“ ist keine allgemeingültige Regel.
Viele Bandschäden entstehen im Bereich der Materialauflage. Martin Engineering nennt Materialverklemmung, Banddurchhang, Bandlaufstörungen und strukturelle Fehlausrichtung als häufige Ursachen für Förderbandschäden. Durchhängt das Band im Bereich der Materialauflage, kann sich Material verfangen und Längsrillen in die Abdeckung schneiden. Ein stärkeres Band mag zwar länger halten, der Schadensmechanismus bleibt jedoch bestehen.
Die Zuführrinne sollte das Material möglichst mittig auf dem Förderband und optimal in Förderrichtung und -geschwindigkeit platzieren. Aufprallschutz, Abdichtung der Förderbänder, Übergangsabstand, Zustand der Tragrollen und Anpressdruck der Reinigungsanlage beeinflussen die Lebensdauer des Förderbandes. Ein neues Förderband, das auf festsitzenden Rollen oder einer falsch ausgerichteten Konstruktion läuft, kann schnell zu Verschleißerscheinungen an den Kanten oder zu Laufproblemen führen.
Beobachtete Schäden | Wahrscheinliche Ursache | Inspektionspriorität |
Schneller Verschleiß der Abdeckung | Schleifmittel, hohe Schlagfestigkeit, falsche Deckschicht | Rutsche, Fallhöhe, Aufpralldämpfung, Gummimischung |
Längsnuten | Material, das sich im Gürteldurchhang oder im Rockbereich verfängt | Unterstützung und Abdichtung der Ladezone |
Eine Kante franst aus | Spurfehlstellung, Rahmenkontakt, blockierte Rolle | Ausrichtung, Umlenkrollen, Ladeposition |
Materialrückführung | Klebrige Partikel, unzureichende Reinigung, beschädigte Oberfläche | Reinigungsanlage, Feuchtigkeit, Rücklaufrollen |
Spleißen öffnet | Gelenkkonstruktion, zu hohe Spannung, zu kleine Rolle | Spleiß, Spannrolle, Riemenscheibendurchmesser |
Der Riemen wandert bei jedem Spleißvorgang. | Spleißen Sie nicht quadratisch. | Ausrichtung und Wiederverbindung von Spleißstellen |
Der Preis pro Meter ist nur dann aussagekräftig, wenn die Produkte technisch vergleichbar sind. Zwei Angebote mit gleicher Breite und Nennfestigkeit können sich hinsichtlich Deckschichtdicke, Gummimischung, Karkassenqualität, Kantenverarbeitung, Toleranzen und Prüfumfang unterscheiden.
Bitten Sie Lieferanten, Angebote auf Basis eines einheitlichen Angebotsanfrageformulars (RFQ) einzureichen. Das Angebot sollte die vollständige Gurtbezeichnung, die obere und untere Abdeckung, die Tragfähigkeit des Karkassen- oder Stahlseils, das Oberflächenmuster, die Kantenart, die Lieferlänge, den Spleißzustand, die Referenznorm, die Prüfverfahren, die Verpackung und die Lieferzeit enthalten. Fehlen diese Angaben, ist der Vergleich unvollständig.
Informationen bereitzustellen | Beispiel | Warum es wichtig ist |
Material | Kalkstein, Kohle, Schlacke, Getreide | Legt die grundlegende Abdeckung und die Konstruktionsrichtung fest |
Materialzustand | Feuchte Feinanteile, scharfe Klumpen, heißes Produkt | Identifiziert den tatsächlichen Schadensmechanismus |
Förderbandroute | Horizontal, 18° Neigung, lange Distanz | Auswahlmöglichkeiten für flache, Chevron-, Seitenwand- oder Hochspannungsführungen |
Riemenabmessungen | Breite, Länge, Gesamtdicke | Bestätigt Rahmenpassung und Liefermenge |
Betriebsdaten | Geschwindigkeit, Kapazität, Stunden pro Tag | Zeigt den Arbeitszyklus und die Lastanforderung an |
Riemenscheibendaten | Durchmesser der Antriebs- und Umlenkrolle | Prüft die Biege- und Spleißkompatibilität |
Umfeld | Im Freien, staubig, nass, ölig, heiß, Brandgefahr | Die Leitfäden umfassen sowohl Misch- als auch Standardmischungen. |
Aktueller Ausfall | Kantenverschleiß, Risse, Verbindungsstellenöffnung | Verhindert die Wiederholung desselben Fehlers |
Bedarf an Lieferungen | Offene Rolle, Endlosband, Exportverpackung | Definiert Produktion und Logistik |
Bei Austauschprojekten senden Sie bitte Fotos der alten Riemenmarkierung, der Oberseite, der Unterseite, der Kanten, der Verbindungsstelle, des Belastungspunkts, der Riemenscheiben und des Rücklaufwegs. Der alte Riemen ist oft der beste verfügbare Nachweis. Sein Verschleißmuster kann einem Lieferanten mehr Informationen liefern als die ursprüngliche Teilenummer.
EP-Gewebegummi-Förderbänder werden häufig für allgemeine Oberflächenförderung eingesetzt, die korrekte Konstruktion hängt jedoch von Material, Förderstrecke, Last und Fördergeometrie ab.
Stahlseile werden für Langstrecken- oder Hochspannungsförderer eingesetzt, bei denen geringe Dehnung und hohe Zugfestigkeit erforderlich sind. Die Verbindungen, Rollen, Spannvorrichtungen und die Konstruktion müssen ebenfalls auf das Förderband abgestimmt sein.
Nein. Die Dicke erhöht zwar die Verschleißfestigkeit, aber die Materialzusammensetzung muss der Gefährdung angepasst sein. Zu große Dicke kann das Gewicht des Riemens und die Biegebeanspruchung erhöhen.
Verwenden Sie ein Chevron-Förderband, wenn loses Material an einer Steigung rückwärts rutscht oder rollt. Profilhöhe und -muster sollten auf Winkel, Materialgröße, Feuchtigkeit und Reinigungsanforderungen abgestimmt sein.
Häufige Ursachen sind falsche Deckschichtqualität, zu hohe Belastungsspitzen, falsche Spurführung, blockierte Rollen, falscher Riemenscheibendurchmesser, mangelhafte Verbindungen, Verunreinigungen oder falsche Spannung.
Bitte geben Sie Materialdetails, den Förderbandaufbau, die Bandabmessungen, die Belastbarkeitsklasse, die Anforderungen an die Abdeckung, die Rollendurchmesser, die Geschwindigkeit, die Kapazität, die Umgebungsbedingungen, die bevorzugte Verbindungsart und Fotos des bestehenden Systems an.
Das richtige Förderband ist nicht automatisch das stärkste, dickste oder günstigste. Entscheidend ist, dass Zugträger, Gummibeschichtung, Oberflächenbeschaffenheit und Verbindungen optimal auf Material und Förderanlage abgestimmt sind. Analysieren Sie zunächst die Betriebsbedingungen, nutzen Sie Verschleißspuren als Nachweis und bestehen Sie darauf, dass alle Lieferanten die gleichen technischen Spezifikationen anbieten. So gelangen Sie in der Praxis zu einem stabileren Förderbandsystem.
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